|  Diversity   |  Weihnachtsgeschenke ohne Klischees

Weihnachtsgeschenke ohne Klischees

Weihnachtszeit, Geschenkezeit! Aber egal ob in den Läden oder online, es scheint so gut wie unmöglich, der Aufteilung nach Geschlechterklischees zu entgehen, die uns das Marketing der Spielzeugindustrie nahe legt. Hier die Autos, Dinos und die Spielzeugwerkbank für die Jungs, dort Glitzer, Puppen und Bastelset für die Mädchen. Alles halb so wild? Genau das, was sie oder er sich wünscht? So was, was der beste Freund, die beste Freundin doch auch hat?

Tatsächlich werden Stereotype rund um das Geschlecht schon ganz früh geprägt. Unsere Kleinen bekommen ganz schnell mit, was als Junge oder Mädchen angeblich „richtig“ oder „falsch“ ist – und dass sowohl die Werbung hier prägt, als auch eben wir Erwachsenen, zeigt eindrucksvoll und etwas erschreckend dieses BBC-Experiment, das ihr euch in einem kurzen, nur dreiminütgen Video auf YouTube ansehen könnt: Girls toys vs boys toys: The experiment.

Daher: Augen auf beim Spielzeugkauf! Lasst euch weniger von den Empfehlungen auf den Websites, Regalsortierungen und Katalogseiten nach Geschlecht leiten, als davon, woran euer Kind aktuell Interesse zeigt, wonach es fragt oder wobei es etwas (Neues) entdecken kann. Hinterfragt eure eigenen Bias! Denke ich, das könnte ihr oder ihm gefallen, weil es eben ein Junge oder Mädchen ist? Gar nicht so einfach, aber eine lohnenswerte Aufgabe, wenn wir vielleicht nicht nur Puppenmamis und Ninjakämpfer zu Hause wollen, sondern Kinder, die sich ganz individuell entwickeln.

Aus eigener Erfahrung: Mein Sohn bewundert immer meine Ketten und Armbänder, wenn wir uns morgens verabschieden. Kürzlich fragte ich mich, warum ich mich eigentlich noch nie mit ihm hingesetzt habe, um ein Armband oder eine Kette aufzufädeln, mit meiner Tochter aber schon. Diese wiederum findet die Playmobil-Ritter ganz toll, fragte aber kürzlich: Gibt es keine Ritterinnen Mama? Also her mit einem Buch über Ritter und Mittelalter und wir waren mitten im Gespräch darüber, was damals so gedacht wurde, was Männer und Frauen tun sollten und wie schön es ist, heute prinzipiell eine Wahl zu haben.

Ach und für Fortgeschrittene: Vielleicht gelingt es dir sogar, zwei Dinge zu kombinieren – Klischeefrei und nachhaltig. Denn die lokalen, kleineren Spielwarenläden abseits der großen Ketten sind oft gar nicht nach Geschlechter-Klischees sortiert (z.B. das Kinderglück oder der rasselfisch in Karlsruhe). Im besten Fall findest du hier außerdem Spielzeug, das ohne Kinderarbeit hergestellt wurde.

Schreibe einen Kommentar: